David Bowie Nachlese

Bowie-Events-400pxAm 31.3. durften wir uns über großes Interesse an der Linn Lounge zu David Bowie freuen. Aber die Bedeutung dieses Künstlers, dessen Karriere fast fünf Jahrzehnte überspannt, ist eben nicht zu unterschätzen. Spannend auch, wenn Gäste, die sich wirklich mit Bowies Historie auskennen, interessante Details über seine Berliner Zeit zu erzählen wissen. Im dortigen Hansa-Studio 2 in der Köthener Straße wurden die Aufnahmen zur legendären Berlin Trilogy gemacht. Das damalige Hansa by the Wall-Studio liegt jetzt am Rand des neubebauten Potsdamer Platzes.

Ausgerechnet die Alben Low (1977) und Heroes (1978) gibt es bisher nicht in High-Resolution. Im Rahmen dieser Nachlese wollen wir uns auf die Suche nach der am besten klingenden Version machen. Das aktuelle CD-Mastering ist von 1999 aus den Abbey Road Studios. Interessant sind noch die frühen RCA-Veröffentlichungen aus Japan und Deutschland von 1984 und die Rykodisc Au20 Gold-CDs aus den 1990er Jahren. Ausführliche Diskussionen finden sich dazu bei Steve Hoffman, sehr interessant ist auch dieser Blogbeitrag über die 80er RCA-CDs. Über die neueren Masterings kann man bei Discogs folgendes lesen: These original analogue masters have been digitally transferred at 24 bits resolution, processed using Sonic Solutions NoNoise technology and mastered to 16 bit for CD using Prism SNS Noise Shaping. Das dezidierte Mastering auf 16-bit mag erklären, warum es bis jetzt noch keine HiRes-Version gibt. Zum Vergleich haben wir zwei Rips von 80er RCA-CDs zur Verfügung.

Low1999 Remaster gegen RCA PD83856 von 1984. Kurz gesagt: Das Abbey Road-Mastering tönt ein wenig cleaner, aber mit der RCA ist man deutlich näher an der Musik. Die RCA wirkt leiser und ist tatsächlich weniger komprimiert, was mit angeglichener Lautstärke bei Uptempo-Titeln wie Sound and Vision deutlich hörbar wird. Die Atmosphäre von Warszawa rückt näher an den Hörer heran und läd zur akustischen Betrachtung ein. Diese Runde entscheidet die 30 Jahre alte CD für sich.

Heroes1999 Remaster gegen RCA PCD1-2522 (RCA Japan für den US-Markt). Zunächst fällt der gleiche Lautheitseindruck beider Masterings auf. Offenbar hat man hier an der Abbey Road weniger komprimiert als bei Low. Die Behandlung mit NoNoise wirkt sich hörbar aus. Robert Fripps Gitarrenlinien treten deutlicher hervor, genau wie viele andere musikalische Details. Der Bass ist runder und druckvoller, die RCA-CD wirkt schlanker. Im Hochtonbereich gefällt die RCA-CD mit ein wenig mehr Klarheit. Aber im Ganzen betrachtet ist das Remaster von 1999 besser abgerundet und vorzugswürdig.

Für Rykodisc tritt Heroes auf der ChangesBowie (RCD80171) von 1990 an. Ob das Mastering des einzelnen Tracks mit dem des kompletten Albums identisch ist, kann natürlich nur vermutet werden. Die Rykodisc klingt flach im Vergleich zu allen anderen. Der Bass rumpelt unrund und die Höhen sind leicht angehoben, wirken aber doch pappig und wenig aufgelöst.

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